Freitag, 17. August 2012

[Rezension] John Green
- Paper Towns (dt.: Margos Spuren)

Who is the real Margo?


Fakten rund ums Buch:
Genre: Contemporary Young Adult
Originaltitel: -
Ausgabe: Taschenbuch
Seitenzahl: 320
erschienen: September 2009
Preis: ca. 8,- Euro
Link zum Verlag


With a bag in each hand, I paused for a moment outside the van, staring at her. "Well, it was a helluva night," I said finally.
"Come here," she said, and I took a step forward. She hugged me, and the bags made it hard to hug her back, but if I dropped them I might wake someone. I could feel her on her tiptoes and then her mouth was right up against my ear and she said, very clearly, "I. Will. Miss. Hanging. Out. With. You."


Klappentext:

Quentin Jacobsen has spent a lifetime loving the magnificently adventurous Margo Roth Spiegelman from afar. So when she cracks open a window and climbs back into his life - dressed like a ninja and summoning him for an ingenious campaign of revenge - he follows. After their all-nighter ends, and a new day breaks, Q arrives at school to discover that Margo, always an enigma, has now become a mystery. But Q soon learns that there are clues - and they're for him. Urged down a disconnected path, the closer he gets, the less Q sees the girl he thought he knew.


Meine Meinung:

John Green ist derzeit in aller Munde. Gehört hatte ich von dem Ausnahmeautor schon viel, doch auf irgendeine Weise hat es nie eines seiner Bücher auf meinen Nachttisch geschafft. Endlich habe ich diesen Missstand behoben und mit "Paper Towns", so der Originaltitel des deutschen "Margos Spuren", meinen ersten John Green gelesen. Tja - es wird wohl nicht der letzte bleiben :-)

Das Buch beginnt sehr temporeich mit Margos Vergeltungsaktion. Mitten in der Nacht steht sie plötzlich vor Quentins Fenster und entführt ihn auf eine actionreiche Tour quer durch die Stadt, auf der die beiden von einer brenzligen Situation in die nächste stolpern.
Im Mittelteil weist das Buch dann leider einige Längen auf. So kreist ein Großteil von Quentins Gedanken um die Frage, was Margo ihm mit einer bestimmten Botschaft wohl sagen möchte. Da Quentin lange zu keinem richtigen Schluss kommt und auch keine neuen Informationen gewährt wurden, hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte hier kurzzeitig auf der Stelle trat.
Diese Passage ist im Verhältnis zum Rest des Buches jedoch nicht besonders lang. Gerade der dritte Teil der Geschichte entschädigt den Leser wieder mit der wunderbar-verrücktesten Autofahrt, von der ich wohl jemals gelesen habe, und wartet mit einem spannenden Finale auf den Leser!

Das größte Plus von "Paper Towns" sind definitiv seine Charaktere: Alle Figuren sind äußerst sympathisch und konnten mich schnell für sich gewinnen. Protagonist Quentin birgt ein großes Potential als Identifikationsfigur. Er ist nicht der beliebteste in seiner Schule, hat aber trotzdem wunderbare Freunde, ist unglücklich verliebt, nimmt dies aber mit viel Witz und Humor.
Auch von seinen Freunden, die wie Pech und Schwefel zusammenhalten, war ich sofort sehr angetan. Von allen werden kleine, abstruse Randanekdoten erzählt, so dass sie sofort sehr real auf mich wirkten. Zum Beispiel hat der dunkelhäutige Ben ein Geheimnis, das schon wieder so verrückt ist, dass es einfach wahr sein muss: Seine Eltern besitzen - die political correctness lässt grüßen - die weltgrößte Sammlung farbiger Weihnachtsmänner, die sich überall bei ihm zuhause finden lassen. Dass er mit diesem "Museum" bisher nicht gerade bei den Mädels punkten konnte, liegt auf der Hand...
Lediglich mit der geheimnisvollen Margo konnte ich nicht recht warm werden - was aber von John Green wohl so gewollt ist. Sie ist und bleibt ein großes Rätsel (nicht nur für Quentin), und handelt nach ihren eigenen Gesetzen.

Der Schreibstil ist für ein Jugendbuch schon recht anspruchsvoll. Gerade im Englischen hatte ich zuerst meine Probleme, doch nach einer kleinen Einlesezeit fiel es mir immer leichter, mich in Quentins Welt zurechtzufinden. Anspruchsvoller als die Wortwahl sind dann auch die verschlungenen Gedankengänge John Greens, hinter denen sich eine ganz eigene, wunderbare Philosophie finden lässt. "Paper Towns" befasst sich dabei vor allem mit der Suche nach Identität und mit dem Bild, das wir uns von anderen Leuten machen. Trotzdem ist es kein philosophisches Buch, sondern besitzt auch sehr viele, unheimlich witzige Passagen - für mich war dies die perfekte Mischung! 


Mein Fazit:

John Green ist im Moment völlig zurecht in aller Munde! "Paper Towns" hat mich mit seiner Sprache, den liebenswerten Charaktere und dem "normalen" Setting, das aufgrund vieler interessanter und verrückter Ideen alles andere als normal daherkommt, direkt von sich überzeugen können. Ich freue mich schon darauf, die anderen Werke des Autors entdecken zu dürfen! 8 von 10 Bücherdiebinnen!

Kommentare:

  1. Toll, dass du eine Rezi über das Buch geschrieben hast :) Hab es schon ne Weile auf meiner Wunschliste, aber bisher war ich immer noch skeptisch, ob es echt was für mich ist... Klingt aber richtig gut!
    LG, Katrin

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    1. Sehr gerne :-) An John Green kommt man im Moment ja gar nicht mehr vorbei - du solltest auf jeden Fall bald etwas von ihm lesen! Ich hab auch noch viel vor mir :-)

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  2. Hach, schön dass es dir so gut gefallen hat :D Wobei ich deine Kritikpunkte auch sehr gut nachvollziehen kann, "Paper Towns" ist (meiner Meinung nach) nicht John Greens bestes Buch. Du hast auf jeden Fall noch tollere Bücher von ihm vor dir. Man glaubt es kaum, aber es ist wirklich so. Viel Spaß beim Weiter-John-Green-Entdecken!

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    1. Na, wenn noch Steigerung drin ist, dann bin ich erst recht gespannt auf die anderen Werke! Schwanke momentan zwischen Alaska und Will&Will, aber ich lass mir auch noch etwas Zeit mit dem John-Green-Entdecken. Möchte die Bücher alle gern auf Englisch lesen und dann reicht mir eins pro Monat :-P

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    2. Ja, gespannt kannst du ruhig sein :D
      Ah, eine sehr gute Wahl. Wobei ich der Meinung bin, dass "Will & Will" auch seinen "schlechteren" Werken zählt. Es ist zwar immer noch grandios, aber nicht ganz so klasse, wie "The Fault in Our Stars", "Looking for Alaska" und "An Abundance of Katherines" in meinen Augen sind :) Aber ich bin mal gespannt, was du davon halten wirst. Viel Spaß beim auf-Englisch-schmökern! John Green kommt ja im September auch nach Deutschland; ist eine seiner Lesungen bei dir zufällig in der Nähe? :S

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    3. Hm, vielleicht ist Will&Will dann genau das Richtige, um mich langsam zu steigern *lach* Ich werd mal schauen, welches mir als nächstes in die Hände fällt, und dann sicher berichten!
      Ja, die Daten der Lesereise habe ich auch schon mit einem Grummeln studiert. Münster wird so weiträumig umschifft, dass ich knapp 300 km fahren müsste - und so gut kennen Herr Green und ich uns dann ja auch noch nicht :-)
      Dafür habe ich gerade die Vlogbrothers für mich entdeckt und bin sehr begeistert! Gehst du denn zu einer seiner Lesungen?

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  3. Klingt wirklich gut. Ich kenne bisher nur "Eine wie Alaska" und war auch hin und weg. "Paper Towns" sieht in dieser Ausgabe meiner Meinung nach auch am schönsten aus. Da freue ich mich jetzt schon auf den Zeitpunkt, wenn es bei mir einzieht!

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    1. Alaska möchte ich auch bald lesen! Die deutschen Cover von John Greens Büchern finde ich allesamt ziemlich furchtbar, da gefiel mir das englische Original auch am besten :-) Und es passt auch sehr gut zur Geschichte, so viel darf man wohl verraten :-)

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  4. Klingt ja nicht schlecht. Von John Green habe ich leider auch noch nichts gelesen, dabei finde ich die Bücher des Autors alle sehr ansprechend. Mal sehen, wann ich dazu komme ihn auch mal zu testen. Sehr gut geschriebene Rezension, die sofort neugierig macht.

    Liebe Grüße, Diti

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    1. Vielen Dank :-) Ich bin auch ziemlich lange um John Green rumgeschlichen und möchte seine Werke auf jeden Fall alle noch lesen. Ich hoffe, du greifst auch bald zu einem seiner Bücher!

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  5. Und nachdem ich gerade noch enttäuscht über "Wicked" war, freue ich mich nun umso mehr, dass die Paper Towns so gut gefallen hat! Das habe ich nämlich nun als eBook und Taschenbuchausgabe und wartet nun doppelt sehnsüchtig darauf, gelesen zu werden! :)
    Ich mag ungewöhnliche, verrückte Geschichten auch total gerne! :) Ach schön, nun freue ich mich umso mehr!

    lg, Steffi

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    1. Das freut mich, dass ich dich mit der Rezension wieder "aufmuntern" konnte :-) "Paper Towns" kann ich dir sehr ans Herz legen, ich hoffe, du liest es ganz bald :-) Ungewöhnlich und verrückt trifft es wirklich ziemlich gut!

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  6. Finde deine seite echt Supii :D
    schau mal bei meiner vorbei :D
    Würde mich freuen
    Ally
    http://allys-wildebuecherwelt.blogspot.de/

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  7. cooler blog. ich finde es schön, dass mal jmd über bücher schreibt und seine meinung kund tut.

    xx m

    thisishowwerule.blogspot.com

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