Mittwoch, 11. März 2015

[Rezension] Lauren Oliver - Panic

Wer Angst hat, ist raus


Fakten rund ums Buch:
Genre: Jugendthriller
Originaltitel: panic
Verlag: Carlsen
Ausgabe: Hardcover
Seitenzahl: 368
erschienen: November 2014
Preis: 17,99 Euro 


Aber das war noch etwas, was man bei Panic lernte: Andere Menschen überraschten einen. Sie hauten einen um. Das war eigentlich das Einzige, worauf man zählen konnte.


Klappentext:

Panic verändert alle(s). Heather hatte nie vor, an dem verbotenen Spiel für Schulabgänger teilzunehmen. Denn der Gewinn ist zwar hoch, aber der Einsatz auch, und sie ist keine Kämpferin. Doch schnell wird ihr klar, dass es nur den richtigen Grund braucht, um dabei sein zu wollen. Und dass Mut auch eine Frage von Notwendigkeit ist.
Dodge war sich immer sicher, dass er bei Panic mitmachen würde. Er hat keine Angst, denn es gibt ein Geheimnis, das ihn durchs Spiel pushen wird. Aber dann stellt er fest, dass auch andere Geheimnisse haben. Und um zu gewinnen, muss man seine Gegner kennen…


Meine Meinung:

Den Einzelband "Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie" und den Reihenauftakt "Delirium" von Lauren Oliver habe ich aufgrund der tollen neuen Ideen und des Schreibstils geliebt, die Nachfolger "Pandemonium" und "Requiem" dagegen konnten mich mit ihrer schwachen Handlung leider wenig überzeugen. Mit dem wiederum abgeschlossenen Roman "Panic" wollte ich der Autorin jetzt eine weitere Chance geben.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Heather und Dodge erzählt. Obwohl ich sonst oft Probleme mit solchen Perspektivwechseln habe, hat das hier meiner Meinung nach erstaunlich gut funktioniert. Während Heather sofort meine Sympathie für sich gewinnen konnte und ich mit ihr um eine bessere Zukunft für sie und ihre Schwester gebangt habe, war mir Dodge anfangs noch suspekt. Trotzdem fand ich seinen Charakter sehr interessant und als sich seine Hintergründe, an "Panic" teilzunehmen, herauskristallisierten, wollte ich auch über ihn unbedingt mehr erfahren. So waren die Parts dieser beiden Erzähler sehr abwechslungsreich gestaltet, und ich bin auch nie Gefahr gelaufen, die beiden zu verwechseln.

Wer bereits eines der Bücher von Lauren Oliver gelesen hat, weiß, dass ihr Schreibstil sehr ruhig ist: Wer hier auf große Action und rasende Spannung hofft (was man bei dem Thema von "Panic" definitiv erwarten könnte!), wird hier leider enttäuscht. Die Mutprobe gleich zu Beginn des Buches, die alle Teilnehmer am Spiel "Panic" bestehen müssen, besteht zum Beispiel aus einem Sprung von einer Klippe, den ich eher lahm beschrieben fand. Da hätte ich mir zum Auftakt etwas Größeres, ja Atemberaubenderes gewünscht. Auch wenn im weiteren Verlauf des Buches diese Mutproben natürlich an Dramatik zunehmen, stehen sie doch nie ganz im Fokus der Geschichte; Zentrum bleiben die Charaktere.

Was mich darum weitaus mehr vereinnahmen konnte, war die psychologische Spannung, die sich mit Fortschreiten der Geschichte zu immer neuen Höhepunkten steigert: Wie werden die Teilnehmer die zunehmend schrecklicheren Mutproben meistern? Wer verbündet sich mit wem und spielt wen gegeneinander aus? Zu welchen Handlungen werden die Jugendlichen durch ihre prekären familiären Situationen noch gedrängt? Das entwickelt sich - trotz der leisen Töne - zu einem atemberaubenden Finale, bei dem ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Mich hat "Panic" damit definitv wieder aus dem Tief, in das mich Lauren Oliver mit "Pandemonium" und "Requiem" gebracht hat, herausgeholt und ich freue mich auf ihre kommenden Werke!


Mein Fazit:

Leise Töne, interessante Charaktere, subtile Spannung - für mich eine gelungene Mischung für einen Jugendthriller! 8 von 10 Bücherdiebinnen.


Kommentare:

  1. Hach, mit Thrillerelementen kann ich mich leider wirklich nicht anfreunden. Das ist tatsächlich auch die erste positive Rezension die mir zu dem Buch begegnet. Ich werde wohl erst ihre andere Trilogie lesen und dann entscheiden, ob "Panic" auch gelesen wird. Dennoch, schöne Rezension!

    Liebste Grüße,
    Nazurka

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    1. Hast du denn "Wenn du stirbst..." von ihr gelesen? Ich glaube, das ist der beste Einstieg, wenn man sich ein Bild von Lauren Olivers Schreibstil machen will. Mir hat wie gesagt nur der erste Teil der Amor-Trilogie gefallen, daher kann ich die nicht wirklich empfehlen - leider. :-/
      Wenn du noch mehr positive Rezensionen zu "Panic" suchst (vielleicht können wir dich ja doch noch überzeugen ...) schau doch mal bei Damaris oder bei Wortmalerei vorbei!

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