Mittwoch, 25. März 2015

[Rezension] Rachel McIntyre - Sternschnuppenstunden

Das ist, als würde man auf eine Sternschnuppe warten - erst endlose schwarze Nacht, und kaum ist sie dann da, ist der Moment schon wieder vorbei.


Fakten rund ums Buch:
Genre: Contemporary Young Adult
Originaltitel: Me an Mr. J
Verlag: Magellan
Ausgabe: Hardcover
Seitenzahl: 304
erschienen: Februar 2015
Preis: 16,95 Euro 


Ganz ehrlich: Manchmal wäre er doch ganz praktisch, dieser Ritter in strahlender Rüstung, der mit seinem weißen Ross um die Ecke kommt, wenn es mal wieder brenzlig wird. Bei mir hätte der Kerl jedenfalls täglich Gelegenheit, sich nützlich zu machen, so oft, wie Molly mir mit ihren Lästerschwestern auflauert. 
Aber wer hätte gedacht, dass der Ritter in Gestalt meines Englischlehrers bei mir auftaucht? Gut, das Pferd hatte er nicht dabei, aber Mollys dämliches Gesicht werde ich nie vergessen, als er mir zugelächelt hat. Mir, Lara, Königin der Unberührbaren! 
Danke, Mr Jagger! Hätte nie geglaubt, dass ich das mal sage: Ich freue mich richtig auf die Schule morgen ...


Klappentext:

Wie wehrt man sich gegen fiese Sprüche und gemeine Angriffe? Aus bitterer Erfahrung weiß Lara: gar nicht. Denn alles, was sie versucht hat, hat ihre Lage nur noch schlimmer gemacht. Deswegen hält sie still, zieht den Kopf ein und fragt sich, ob sie nicht doch schuld ist an der ganzen Misere. Das ändert sich, als sie Ben trifft. Die Stunden mit ihm sind bald die einzigen Lichtblicke in Laras Leben. Durch seine Augen sieht sie sich in einem neuen Licht: Sie ist klug, witzig und hübsch, und was ihr passiert, ist Mobbing der übelsten Sorte. Gemeinsam suchen sie einen Ausweg aus Laras Situation. Und es könnte ihnen gelingen, wäre da nicht ein Problem: Ben ist Laras Lehrer.


Meine Meinung:

"Sternschnuppenstunden" ist in Tagebuchform geschrieben und auch so gestaltet. Das abgegriffene Cover mit Titel-Aufkleber und auch die Innengestaltung mit kleinen Schnörkeln auf jeder Seite lassen gleich erkennen: Hier schreibt ein Teenager sein Tagebuch. Mich hat das Design sofort angesprochen und neugierig auf den Inhalt gemacht.

Lara ist eine ganz wunderbare Protagonistin, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Mit ihrer locker-fluffigen Schreibe und ihrer witzigen, manchmal sarkastischen Art, Dinge genau auf den Punkt zu bringen, hat sie mich an die Seiten gefesselt und oft schmunzeln lassen. Dabei ist das Thema, über das sie schreibt, alles andere als zum Lachen: Es geht um Mobbing, und zwar schon in einem sehr schlimmen Stadium, das weit über die typischen Lästereien und Eifersüchteleien hinaus geht. Die Passagen, in denen Lara von den Demütigungen berichtet, die sie sich teilweise von ihren Mitschülern gefallen lassen muss, konnte ich beim Lesen von "Sternschnuppenstunden" oft nur schwer ertragen und so bangte ich mit Lara mit, dass sie schnell einen Weg aus diesem Albtraum finden möge.

Ganz im Gegensatz dazu stehen die Tagebucheinträge, in denen Lara uns von ihrer Liebe zu Ben berichtet. Was anfangs noch mit einer kleinen Schwärmerei für ihren Lehrer beginnt, wächst sich langsam zu einer richtigen Liebesgeschichte aus. In diesen Abschnitten, wenn sie sich in Schwärmereien für Ben verliert, erinnert Lara an einen ganz normalen, verliebten Teenager, der vor erstem Liebesglück nur so sprudelt. Dass Ben eigentlich Laras Lehrer ist, habe ich als Leser dabei oft allzu gerne vergessen.

Das Buch rüttelt wach, zeigt, welcher Willkür Mobbingopfer meist ausgeliefert sind, und setzt damit ein wunderbares Statement, wie wichtig Zivilcourage in unserer Gesellschaft ist.


Mein Fazit:

Eine Achterbahnfahrt der Emotionen, die noch lange nachhallt. Unbedingt lesen!
10 von 10 Bücherdiebinnen.


Kommentare:

  1. Eigentlich nicht meine Thematik, aber jetzt hast du mich doch neugierig gemacht. Ich werde das Buch auf alle Fälle mal im Wunschbrunnen versenken, danke für die Rezi!

    Liebe Grüße

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    1. Schön, dass ich dich neugierig machen konnte! Das Buch ist wirklich toll. :-)

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