Samstag, 20. Februar 2016

[Rezension] Sabine Both - Ein Sommer ohne uns

Eine große Liebe. Und eine Auszeit von der Treue.

Fakten rund ums Buch:
Genre: Contemporary YA
Originaltitel: -
Verlag: Loewe
Ausgabe: ebook
Seitenzahl: 240
erschienen: Februar 2016
Preis: 8,99 Euro


"Wirst du irgendwann bereuen, dass du nie mit einer anderen was hattest, immer nur mit mir?"
"Wie kommst du denn darauf?"
"Nur so."
Das ist es also, was sie beschäftigt. Was hinter diesem Blick steckt. "ich habe noch nie darüber nachgedacht."
Sie sieht ihn an, verengt die Augen. Er fragt sich, ob sie seiner Stimme anhört, dass er lügt.


Klappentext:

Verena und Tom kennen sich von klein auf, sind ein Paar, seit sie dreizehn sind. Sie gehören einfach zusammen und das soll für immer so bleiben. Aber ein Gedanke lässt Verena – mitten im Abistress und voller Vorfreude auf das anstehende Studium – nicht mehr los: Sie hat noch nie einen anderen Jungen geküsst, geschweige denn Sex mit einem anderen gehabt. Doch sie liebt Tom und sich von ihm zu trennen oder ihn zu betrügen, kommt nicht infrage.
Als sie schließlich mit Tom darüber spricht, treffen die beiden eine Vereinbarung: eine offene Beziehung, drei Monate Austobzeit nach dem Abi. Danach ist alles wieder wie vorher und die zwei wieder ein Paar. Zunächst genießen die beiden es, sich auszuprobieren. Doch sie haben nicht mit den Gefühlen gerechnet, die das Arrangement mit sich bringt: Zweifel tun sich auf. Ängste. Werden sie rechtzeitig einen Ausweg finden?


Meine Meinung:

Auf Sabine Boths "Ein Sommer ohne uns" bin ich durch das eindringliche Thema aufmerksam geworden, das in der Jugendliteratur sonst eher selten vorkommt. In vielen Büchern wird ja gern beschrieben, wie ein Pärchen zusammenkommt, nicht aber, was nach Jahren der Beziehung passiert, wenn sich der Alltag eingeschlichen hat. Daher habe ich mir von diesem Roman viel erhofft - vielleicht zu viel.

"Ein Sommer ohne uns" beginnt zunächst mit einer Beschreibung, was 5 Jahre vor Einsetzen der Handlung passiert ist, als Verena und Tom im zarten Alter von 13 Jahren gerade zusammenkommen. Dieser Rückblick war echt süß zu lesen, bremste aber leider schon den Einstieg in die Geschichte sehr aus. Überhaupt: Bis es zur im Klappentext angesprochenen "Trennung auf Zeit" kommt, vergehen ca. 50% des Buches. Danach ist auf den verbleibenden 120 Seiten nicht mehr viel Zeit, um sich wirklich tiefgründig mit den Gefühlen der beiden während ihrer Auszeit zu befassen, zumal auch noch weitere Geschichten, etwa die Eheprobleme der Eltern oder die Liebeleien von Verenas Bruder, beleuchtet werden. Aber gerade von diesen Gefühlen, von Ängsten, Zwiespälten oder auch vom Aufbruch, hätte ich doch so gerne gelesen!

Die Handlung wird in schneller Folge abwechselnd von Verena und Tom erzählt. Sehr besonders ist der knappe Schreibstil, der meist in kurzen, prägnanten Sätzen daherkommt und dem Leser oft die geballte Wahrheit um die Ohren haut. Dies ließ sich sehr schnell lesen, baute aber auch eine Distanz zu den Protagonisten auf, die ich mir bei diesem sensiblen Thema nicht gewünscht hätte. Richtige Emotionen kamen bei mir erst gegen Ende des Buches auf.

Nichtsdestotrotz geht Sabine Both mit ihrem Roman einen wichtigen Schritt auf dem Jugendbuchmarkt. Ich wünsche mir mehr von diesen gefühlvollen Themen abseits des Mainstreams!


Mein Fazit:

Ein eindringliches Thema, insgesamt für meinen Geschmack aber zu wenig gefühlvoll präsentiert. 5 von 10 Bücherdiebinnen.

Kommentare:

  1. Ha, ich hab auch gerade meine Rezension zu dem Buch gepostet :D

    Ach du meine Güte und mir ging es wirklich fast identisch mit dem Buch. Ich fand den Ansatz so super, aber ich hätte gern noch SO VIEL MEHR gehabt, v.a. in Verbindung mit dem Epilog. Dass die Liebelei von Verenas Bruder näher beleuchtet wird, fand ich noch ganz interessant (und auch passend aufgrund der Figurenkonstellation), aber das mit den Eltern war mir auch zu viel. Zwar realistisch, dass sowas im Leben von jungen Erwachsenen passiert (Scheidung), aber das hätte nicht so übertrieben ausgewalzt werden müssen.

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    1. Hehe, da waren wohl zwei im ebook-Verteiler des Loewe-Verlags und haben sich zur gleichen Zeit anfixen lassen. :-)
      Den Epilog fand ich für sich genommen gar nicht schlecht! Also einfach die Idee, die beiden nach einem Jahr wiederzutreffen und nur anzudeuten, wie es weitergehen könnte ... ABER dann hätte man im Vorfeld so viel mehr beschreiben/fühlen/denken müssen und das ist leider dermaßen auf der Strecke geblieben.
      Wäre das Buch doppelt so lang gewesen, hätte ich auch gern noch über die Eltern, die Freunde etc. gelesen, aber auf dem eh schon knappen Platz kam einfach alles irgendwie zu kurz. :-/
      Ach menno! Wie du schon sagst, die Idee hätte echt gut werden können.

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    2. Höchstwahrscheinlich ;D
      Ja, ich fand's auch okay, im Epilog einen Sprung zu machen, aber so einen Monat nach dem Ende hätte ich noch gern miterlebt.

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